09.11.2007 / Sturmtief Thilo zeigte in Böen seine ganze Kraft...

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Eine Giebelwand in Wittdüns Geschäftsstraße konnte den Windkräften nicht standhalten und stürzte mit lautem Getöse auf den Bürgersteig vor dem Geschäftshaus.

 

 

Die erschrockenen Passanten waren heilfroh, dass sie nun nicht unter dem Haufen von roten Ziegeln lagen. Einer Kundin, die unmittelbar vorher aus dem Geschäft kam, steckte der Schreck noch in Gliedern. Glücklicherweise entstand lediglich an zwei vor dem Geschäft geparkten Fahrzeugen erheblicher Sachschaden. Die Inhaberin, die zur Mittagspause noch einmal kurz nach ihren Mitarbeiterinnen schauen wollte, war völlig fassungslos über das Unglück. Die Stimme versagte ihr und erst als für sie klar war, dass keine Personen zu Schaden gekommen waren konnte sie von einer Mitarbeiterin beruhigt werden.

 

 

Die Feuerwehr sammelte derweil die Steine ein und lenkte mit der Polizei den Verkehr an der Schadensstelle. Ein Bauunternehmer übernahm mit einem Radlader den Abtransport und brach zusammen mit der Feuerwehr die losen Giebelsteine runter. Da der Wind mit erheblichen Böen immer wieder das Haus anging, wurden die bestehende Einsturzgefahr der zweiten Giebelsteinschicht und das Abheben der nun freien Dachpfannen zwischenzeitlich befürchtet.

 

 

An der Wittdüner Nordwandelbahn brachen sich die Wellen dermaßen heftig, dass aus der Verkehrsoberfläche Betonplatten herausgerissen wurden. Eine Hausbesitzerin, die oberhalb der Schadstelle ihr Anwesen hat befürchtete, dass die Fundamente unterspült werden könnten, und rief die Feuerwehr. Bei abgelaufenem Wasser wurde die Schadstelle am späten Nachmittag begutachtet. Doch die Fundamente der Schutzmauer sollen nach Auskunft des Bauunternehmers, der sie erstellt hat, ausreichend tief ausgeführt sein. So konnte die Befürchtung, dass das Haus wie bereits bei den Sturmfluten 1962 und 1976 absacken könnte, entkräftet.

 

 

Die Entladung der Mittagsfähre gestaltete sich am Freitag für die Fahrgäste etwas abenteuerlich, sie durften auf einem LKW durch die Fluten fahren, um so trockenen Fußes an Land zu kommen. Das mit 2,0 Meter über dem MHW aufgelaufene Wasser hatte Teile des Fähranlegers überflutet. Ein wahrer Menschenauflauf fand auf dem Fähranleger statt, dort waren die Fluten am einfachsten zu beobachten. Wenn auch es schon mal mit dem Nass werden knapp wurde.
Nach einer ersten Schadensaufnahme musste John Willuhn, der für das Amt Föhr-Amrum die Maßnahmen für den biotechnischen Küstenschutz begleitet, auch für Amrum erhebliche Substanzverluste vermelden. Nördlich des Badestrandes in Norddorf Richtung Odde gibt es auf einer Länge bis zu einem knappen Kilometer Abrisskanten an den Dünen von 6 - 7 Metern.

 

 

Ganz zu schweigen von dem verloren Strand, der den Dünenfuß schützte. An der Nordspitze ist der Bereich des Vogelrastplatzes an der äußersten Spitze komplett weggerissen worden. Besonders heftig hat es auch wieder das Kliff zwischen Steenodde und Nebel an der Ostseite der Insel getroffen. Für den beliebten Wanderweg kommt auf einem Teilstück jede Hilfe zu spät. Hier hat die Gewalt der Nordsee ganze Arbeit geleistet.

Ebenso gründlich werkelten die Brecher an der Nordwandelbahn in Wittdün. Dort wurden Teile der Uferschutzmauer aus dem Mauerverband herausgerissen und das Wasser drückte die großen Betonplatten wie Legosteine hoch. Willuhn sieht durch den Mauerabriss auf halber Höhe eine große Gefährdung für die Standfestigkeit der Uferschutzeinrichtung. Die schon seit Jahren geforderte Erneuerung muss zum Schutze der Bebauung oberhalb der Mauer unbedingt in Angriff genommen werden. Durch die steile Mauer entsteht ein enormer Wellenschlag mit brachialer Gewalt.  


Vernichtend fiel auch die Sturmflut für den Bohlenweg auf dem Kniepsand in Höhe des Süddorfer Badestrandes aus. Die palettenartigen Segmente waren noch nicht im Winterlager und wurden samt dem Unterbau weggerissen. Bedauerlich dabei ist, dass er doch erst in diesem Jahr erbaut wurde.

 

Autor: Thomas Oelers

 

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