Juni 2008 / Präsenz vermitteln und der Appell an die Vernunft

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Der letzte nennenswerte Regen ist auf Amrum schon Wochen her und in Verbindung mit dem starken Winden, zeigt sich die Natur flächendeckend ausgetrocknet und regelrecht ausgedörrt.

Zum wiederholten Male appelliert die Feuerwehr auf Amrum, dass sich alle Insulaner und Gäste an den präventiven Maßnahmen zur Vermeidung von Bränden beteiligen mögen. Sie selber fahren täglich Patrouille im Bereich des Amrumer Waldes. Selbst die kühleren Temperaturen und die prognostizierten Niederschläge bringen keine grundlegende Entwarnung.

Dass zu dieser Zeit das Rauchen und Entzünden von offenen Feuern in den gefährdeten Gebieten generell verboten ist, müsste man eigentlich nicht nochmals gesondert erwähnen, wenn nicht immer wieder Verstöße zu beobachten währen. Ein besonders heikles Thema sind zudem stark reflektierende Materialien. Sie leiten die Sonnenenergie um und erhitzen so das trockene Untergrundmaterial der Heide und Dünen bis zur Entzündung. "Achtlos weggeworfene Flaschen sind dabei durch den Brennglas-Effekt besonders gefährlich", erklärt der 1. stellvertretende Amtswehrführer Klaus-Peter Ottens. "Ganz aktuell ist ein Vorfall auf dem Festland zu vermelden, bei dem eine Reflexions-CD zum Wild verscheuchen aufgehangen war und einen Brand verursacht hat". "Daher meine ganz große Bitte an alle Insulaner und Gäste heben sie achtlos weggeworfene Materialien auf und entsorgen sie diese bestimmungsgemäß".  

 



"Die Struktur des Amrumer Waldes ist durch den hohen Kiefernanteil und dessen Harz sehr stark gefährdet. Die angrenzenden Dünen stellen ein weiteres Gefahrenpotential dar. Ihre Aufmerksamkeit zur Beobachtung der gefährdeten Flächen ist ebenfalls gefordert" wirbt Ottens. "Ein Feuer hätte katastrophale Auswirkungen für die ganze Insel. Eine leistungsstarke Löschwasserversorgung ist bis dato noch nicht im Wald vorhanden", so Ottens. Sollte ein Feuer entdeckt werden, besteht die ganz große Bitte an alle Besucher der gefährdeten Flächen, vor jedem angedachten Löschversuch, unbedingt umgehend die Feuerwehr über 112 zu alarmieren.  

Eine möglichst genaue Ortsangabe bei der Meldung ist dabei sehr hilfreich.
Das Betreten der unter Naturschutz stehenden Amrumer Dünen ist außerhalb der ausgewiesenen Flächen ohnehin untersagt. Hierauf weisen die aufgestellten Tafeln des Ministeriums für Umwelt, Natur und Forsten des Landes hin.


Holger Peters vom Forstverband Amrum bestätigt diesen Eindruck und versichert, dass es in der Waldfläche überaus trocken ist. Eine große Bitte richtet er dabei an das für die Erstellung des Waldbrandberichtes zuständige Ministerium. Danach wäre es wichtig, die Geest-Insel mit ihrem besonderen vom Festland abweichenden Klimaverhältnissen (trockener, mehr Wind und Verdunstung etc.) in den Waldbrandbericht mit aufzunehmen. Die dort vorhandenen, rund 600 ha Waldflächen sind auf jeden Fall bedeutender als die der Insel Fehmarn und die ist im Bericht vertreten.

 

Autor: Thomas Oelers

 

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