April 2013 / Brandschutzerziehung schon im Kindergarten…

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Die richtigen Entscheidungen in einer Notsituation zu fällen, ist selbst für Erwachsene keine Selbstverständlichkeit.Dazu gehören das Alarmieren von anderen Betroffenen, das zur hilfeholen von Rettungskräften und nicht zuletzt die Eigensicherung. Für Kinder ist es daher besonders wichtig, dass sie schon früh lernen in der Not instinktiv richtig zu handeln.

 

Das Absetzen eines Notrufs...

 

Genau hier setzt die Brandschutzerziehung im Vorschulalter an. Bereits seit 2002 bekommt der Kindergarten Flenerk Jongen jedes Jahr im Frühjahr Besuch von Amrums Fachwartin für Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung Petra Müller. Diese hat die spezielle Ausbildung der Feuerwehren im April 2001 durchlaufen und vermittelt seitdem das richtige Verhalten in Notsituationen.

 

Auch in diesem Frühjahr fand ein Aktionsvormittag für die sogenannte Engelsgruppe im Kindergarten statt. Hier sind derzeit sechszehn Kinder, die nach den Sommerferien in die Schule wechseln sollen, für eine spezielle Förderung aus den einzelnen Betreuungsgruppen zusammengezogen. Durch vorlesen von Geschichten, die als Inhalt richtige und falsche Situationen im Umgang mit dem Feuer beschrieben und von den Kindern als richtig oder falsches Verhalten erkannt und beschrieben werden sollten, gelang Petra Müller wieder ein guter Einstieg. „In den Geschichten machen zum Beispiel zwei Jungs ein eigenes Biikefeuer im Garten oder ein Mädchen ist alleine zu Hause und zündet Kerzen an weil sie sie so hübsch findet“, beschreibt die Fachwartin. „Die Kinder haben glücklicherweise selbst meistens noch nicht viel zu selbst erlebten Notsituationen zu erzählten“, weiß Petra Müller aus Erfahrung. „Die Kinder wissen auf Nachfrage genau, was in den Geschichten schiefgelaufen ist. Vetos wie, das und das darf man nicht und eine Kerze allein anmachen darf man schon gar nicht“, so der Tenor.

 

Der Atemschutzgeräteträger stellt sich bei den Engelskindern vor...

 

Für den Fall der Fälle, wenn es doch anfängt zu brennen, wurde das richtige Verhalten durchgesprochen. „Dabei geht es auch darum, was die Kinder tun sollen, falls sie die Feuerwehr nicht per Telefon rufen können, also vom Rauch eingeschlossen sind“. Wichtige Maßnahmen, wie alle Türen hinter sich zumachen, Decken vor den Türschlitz legen, eine Socke ins Schlüsselloch stecken, das Fenster öffnen, laut bemerkbar machen und um Hilfe rufen gehörten dabei zu den Erstmaßnahmen.

 

Ein mit kompletter Schutzkleidung und einer Atemschutzausrüstung ausgestatteten Feuerwehrmann wurde von den Kindern genauestens begutachtet. Anfassen war erlaubt. Kleine Hände und kleine Füße probierten dann auch die Schutzkleidung aus. Solch Helm kann ganz schön groß sein. „Wir haben in unserer Kindergartenzeit fortlaufend Berührungspunkte mit dem Thema Feuer und Notsituationen“, beschreibt Erzieherin Julia Sturm. „Aber erst mit dieser Brandschutzerziehung gehen wir so konzentriert auf die Thematik ein“.

 

 

Ist es zu einem Notfall gekommen, ist es wichtig, dass die Kinder in der Lage sind, Hilfe zu alarmieren. Für diese Übungen hatte Petra Müller eine Telefonanlage mitgebracht, mit der die Kinder das Absetzen eines Notrufs real üben konnten. Gesprächspartner, als Leitstelle Nord, war dann Petra Müllers Kamerad Fin Zimmermann von der Wittdüner Feuerwehr. Durch gezielte Fragen versuchte er Informationen über den Anrufer, den Unfallort und das Geschehende zu erhalten. Es zeigte sich, dass die Aufregung der Kinder und die sichere Kenntnis über den eigenen Namen und den Wohnort beziehungsweise Ortskenntnisse zu den unterschiedlichsten Gesprächsabläufen führten.

 

In der praktischen Übung lernten die Kinder den sicheren Umgang mit dem Streichholz. „Hier steht die Sicherheit im Fokus und entsprechend treffe ich Sicherheitsvorkehrungen“, erklärte Petra Müller. Immer schön vom Körper weg, nicht einfach wegwerfen und obwohl man es ausgepustet hat, ist das Zündholz noch sehr heiß. Spätestens das Zischen beim Eintauchen in den Wasserbecher verdeutlichte den Kindern die Theorie.

 

Als Andenken an den Vormittag bekamen die Engelskinder das Kartenspiel “Feuerteufel ist der Schwarze Peter”. Darin wird spielerisch auf diverse Gefahren eingegangen.

 

Als besonderes Highlight dürfen die Kinder zu einem späteren Zeitpunkt das Gerätehaus in Nebel besuchen. Dort erklärt Gemeindewehrführer Jens Lucke die Feuerwehrautos und ihre Gerätschaften. Selbstredend dürfen auch Sachen ausprobiert werden. Wasser ist dabei auch im Spiel. Einfließend wird zum Beispiel das erlernte Absetzen eines Notrufs geübt.

 

Autor: Thomas Oelers

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