26.11.2007 / Der Verantwortung bewusst...
Eigentlich stand dieses Thema gar nicht auf der Tagesordnung, der Betreuungsgebietsversammlung der freiwilligen Feuerwehren Föhr Amrum, doch schlug die Nachricht vom Wyker Wehrführer Heiko Twardziok wie eine Bombe ein. Sein Kamerad Jörg Carstensen war an diesem Tag von all seinen Ämtern zurückgetreten. Das bedeutete unter anderem, dass sich Twardziok außer Standes sah, die Prüfung und Ordnungsmäßigkeit der Atemschutzmasken in seiner Wehr, zu gewährleisten. Somit übertrug er die Verantwortung an den Kreisfeuerwehrverband, der durch den Kreiswehrführer Christian Albertsen und seinem Stellvertreter Wolfgang Clasen vertreten war.
Zur Erklärung: Nach der seit 2002 geltenden Fassung der Feuerwehrdienstvorschrift 7 muss eine Atemschutzmaske nach jedem Gebrauch, ob Übung oder Einsatz, einer gründlichen Funktionsprüfung unterzogen werden. Nach solch einer Prüfung und Desinfektion wird die Maske eingeschweißt und für den nächsten Einsatz vorgehalten. Bis zu 2 Jahre kann sie so aufbewahrt werden, bevor erneut geprüft werden muss.
Tatsache ist allerdings, dass diese Vorschrift mit dem anzuwenden Verfahren aufgrund des enormen Aufwandes nicht eingehalten wird. Carstensen war nun derjenige, der sich bereit erklärt hatte, die Prüfung der Masken von Föhr und Amrum vorzunehmen und so eine Art Ringtausch aufzubauen.
Dies würde für die Träger der Feuerwehren allerdings bedeuten, dass ein zusätzlicher Bestand an Masken vorgehalten werden muss, um für die Zeit der Prüfung weiterhin einsatzbereit zu bleiben. Zur eingebrachten Kritik, dass man aufgrund von immer neuen Vorschriften die Gemeinden finanziell belaste, erklärte Betreuungsgebietsleiter Joachim Christiansen die Verantwortlichkeit: Als Ehrenbeamter wird der Wehrführer zur Verantwortung gezogen und bei ihm klingelt der Staatsanwalt an der Tür, wenn es mal nicht nach dem Motto gegangen ist - Es wird schon gut gehen.

Bild: vl. Kreiswehrführer Christian Albertsen, Amtswehrfüherer Joachim Christiansen, Stellvertreter,Wolfgang Clasen
Für das Betreuungsgebiet erklärten die Mitglieder an diesem Abend ihren Willen an dem Ringtauschverfahren für Atemschutzmasken des Kreisfeuerwehrverbandes teilzunehmen. Die genauen Kosten müssten allerdings noch ermittelt werden, so Albertsen.
Der Kreiswehrführer gab den Kameraden einen Überblick über die derzeitige Arbeit und den laufenden Projekten im Verband. Hierzu gehöre zum Beispiel der Bau der neuen Kreisfeuerwehrzentrale in Husum und der geplante aber noch nicht in Angriff genommene Umbau der Zentrale in Niebüll. Sein Stellvertreter Wolfgang Clasen konnte von einem erfolgreich durchgeführten Fahrsicherheitstraining der Feuerwehr berichten. Leider sei hierfür noch keine Förderung möglich, bedauerte er.
In Anbetracht der Tatsache, dass im Frühjahr des nächsten Jahres die Neuwahl des Kreiswehrführers ansteht, zog Betreuungsgebietsleiter Christiansen ein positives Resümee über die Zusammenarbeit der letzten fünfeinhalb Jahre, zwischen ihm und Christiansen. Wenn sich am 29. März nächsten Jahres die Mitglieder der Jahreshauptversammlung in Mildstedt wiederum für Christian Albertsen entscheiden sollten, sichere er für seine verbleibende Zeit als Amtswehrführer den guten Draht für die gemeinsame Arbeit zu.
Albertsen bedankte sich für die freundschaftlichen Worte und versicherte, dass er immer wieder gern auf die Inseln kommen würde. Für seine gegenteiligen Aussagen auf der Betreuungsgebietsversammlung im letzten Jahr entschuldigte er sich und sah die neue Handhabe, Betreuungsgebietsversammlung und Feuerwehrkameradschaftstreffen voneinander zu trennen, als eine kluge Entscheidung an. "Es habe kein Sinn, wenn man bis Mitternacht umfangreiche Themen diskutieren wolle und die Aufnahmebereitschaft der Berufstätigen Feuerwehrkameraden bereits überstrapaziert sei".
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