20.07.2006 / Erhöhte Brandlast
Auch wenn auf Amrum dieser Tage nicht die vierzig-Grad-Marke erreicht wird, so schaffen doch die Seewinde, gepaart mit dem Ausbleiben des Regens und den anhaltend hochsommerlichen Temperaturen den Nährboden für eine hohe Brandgefahr in Wald, Dünen und Heideflächen der Insel.
Amtswehrführer John Willuhn (Bild unten) erklärte in einem Gespräch, dass ihm zwar nichts von einer durch die Forstbehörde Nordfriesland verhängte Waldbrandvorwarnstufe bekannt sei, doch sehe er auch ohne diese eine enorme Brandlast auf Amrum. Die Besonderheit auf der Insel ist der nahtlose Übergang zwischen dem zusammenhängenden Wald, den Dünen und den Heideflächen. Dieser Umstand wäre im Falle eines Brandes schlichtweg eine Katastrophe. Jede Komponente für sich stellt leicht entflammbares Material dar und eine Waldunterbrechung durch Schneisen gibt es nicht. Die Tatsache, dass für den Waldbereich zwischen Norddorf und Nebel keine ausreichende Löschwasserversorgung gegeben ist, nötigt Willuhn dazu, nochmals den Finger in die Wunde zu legen.

Die in den Waldbereichen von Westerheide bis hin zum Leuchtturm lückenlose Löschwasserversorgung durch das Wasserwerk muss auch für den Rest der Insel geschaffen werden. Es gibt einen einzigen Elektrobrunnen im Wald zwischen Nebel und Norddorf und das Löschwasserreservoir der Vogelkoje ist bei solcher Trockenheit gleich zu null zu bewerten, so Willuhn.
Eine enorme Logistik zur Herrenschaffung von Löschwasser über weite Strecken würde bei einem Waldbrand die gesamte Einsatzkraft der Feuerwehren binden. Dieses Potenzial würde für wichtige Löscharbeiten wiederum fehlen. Selbst in Höhe der Gemeinde Norddorf wären die nächsten Brunnen noch weit entfernt. Bleibt nur zu hoffen, dass nichts passiert. Amrum ohne Wald? Kein schöner Gedanke für die Zukunft unserer Kinder.
Vor wenigen Wochen bewies ein Heideflächenand wie unberechenbar ein Feuer bei solch einer Trockenheit ist. Daher wird nochmals auf das alljährliche Rauchverbot in den Wäldern vom 1. März bis zum 31. Oktober hingewiesen. Vernünftige verstehen dies auch im Bereich der Dünen und Heideflächen. Leider muss immer wieder beobachtet werden, dass aus fahrenden Fahrzeugen die brennenden Zigarettenkippen einfach weggeschnippt werden. Sollte es in der heutigen Zeit der Luxusausstattungen noch Fahrzeuge ohne Aschenbecher geben?
Aber auch eine dem Umweltschutz dienende Einrichtung unter dem Fahrzeug birgt eine Gefahr bei dieser Trockenheit - der Katalysator. Dieser erreicht für die "Nachverbrennung" der Abgase sehr heiße Temperaturen. Wird das Fahrzeug im hohen Gras geparkt, besteht durchaus die Gefahr einen Brand zu verursachen. Auch achtlos liegen gelassene Glasflaschen stellen durch den Brennglaseffekt bei entsprechender Sonnenstrahlung eine potenzielle Gefahr dar. In diesem Zusammenhang wird auch nochmals auf das bestehende Campingverbot außerhalb der ausgewiesenen Zeltplätze auf der Insel hingewiesen. Leider verstießen in den letzten Jahren immer wieder Besucher gegen diese Verordnung. Auf Grillabende mit offenen Holzkohlegrills sollte im Gefährdungsbereich momentan bitte verzichtet werden, selbst dann, wenn sie auf privaten Waldgrundstücken stattfinden.
Jeder Sparziergänger möge die Augen offen halten und im Notfall sofort die Feuerwehr über 112 bzw. die Polizei über 110 verständigen. Ansonsten bauen alle Verantwortlichen auf die Vernunft und Einsicht im Zusammenhang mit der real bestehenden Brandgefahr.
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